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Namaste: Am Eingang des eatDOORI-Lokals von Kanwal Gill werden die Gäste mit Neon begrüsst.

Es ist eine klassische Gründer-Story: Drei Studenten der Betriebswirtschaft träumen nicht von einer Karriere auf der Bank, sondern vom eigenen Restaurant. Das Konzept soll einzigartig sein: Ein junges, modernes, urbanes, indisches Restaurant. Nach langer Planung wird 2015 das erste Lokal in Frankfurt eröffnet. Der Erfolg war gewaltig, das New India-Konzept kam bei den Gästen sofort an. Inzwischen gibt es schon fünf eatDOORI-Standorte, jährlich sollen zwei bis drei dazu kommen. Dabei haben die Gründer auch die Schweiz und Österreich im Visier.

Kanwal, und wo liegt jetzt der Unterschied zum klassischen Inder, den wir kennen?
«Wir haben eine moderne Interpretation der indischen
Küche. Klar sind da ein paar Klassiker dabei. Aber wir haben
zum Beispiel ein Naanwich kreiert, einer unserer Bestseller.
Das gibt Gästen, die die indische Küche noch nicht kennen,
einen einfachen Zugang.»kanwal

Und da gibt es noch Ihre beliebten Burger. Ist das denn noch echt indisch?
«Wenn Sie zum Beispiel unseren Vada Pav (vegetarischer Burger mit Kartoffel-Patty) googeln, finden Sie Tausende Bilder von indischen Strassenküchen. Authentisch sind wir also auf jeden Fall.»

Gibt es Leute, die sagen, dass Sie das nicht sind?
«Sicher gibt es auch Leute, die behaupten, dass wir nicht
authentisch kochen. Aber oft kennen Gäste indische Küche
einfach anders, weil es oft sehr eingedeutscht wird. Ich
weiss von zu Hause aber, was authentisch heisst und weiss
solche Kommentare dann zu bewerten.»

Also machen Sie keine europäische Variante?
«Gewisse Zugeständnisse gibt es. Ein, zwei Gerichte sind etwas milder und süsslicher. Das müssen wir machen, weil ein Nicht-Inder die Schärfe fast nicht erträgt. Aber unsere indischen Gäste bekommen automatisch die schärfere Version und rohe Zwiebeln dazu serviert. Und im Übrigen sagt der Schärfegrad nichts über die Authentizität aus. Die Gewürze, der Geschmack macht es aus. Und da sind wir bei allen Gerichten gleich.»

Die Basis ihrer Küche ist ja Ihre Mutter.
«Ja, sie hat immer für mich und meine Freunde gekocht,
als wir das Konzept zusammen erarbeitet haben. Und wir
haben aus den Rezepten meiner Mutter das Menu für das
Restaurant entwickelt. Noch heute ist sie der Chef in der
Küche und schaut jeden Abend auf die Qualität.»

Wenn ich indisch zuhause koche – was kann ich von
Ihrem Konzept lernen?
«So richtig cool in Indien ist das Thema Teilen. Man sitzt
zusammen und das Essen steht in der Mitte, alle bedienen
sich aus den gleichen Töpfen. Und dann wird das Essen
zelebriert, da sitzt Abends die ganze Familie oder treffen
sich viele Freunde zusammen. Das ist ziemlich anders als
das deutsche Abendbrot oder der Café complet in der
Schweiz.»

Aber indisch Kochen ist doch kompliziert.
«Indisch ist wahrscheinlich ein bisschen komplizierter als
andere Küchen, aber wenn man das Grundprinzip einmal
verstanden hat, ist es machbar. Man braucht ein paar
Gewürze mehr, aber die findet man heutzutage überall.
Allerdings gibt es ziemliche Unterschiede zwischen
Kurkuma und Kurkuma. Da lohnt es sich, gute Qualität zu
suchen.»

Und worin liegt das Geheimnis?
«Das Geheimnis jedes indischen Restaurants und auch jeder
Familie, jeder Mutter, ist das Garam Masala. Dieser Mix aus verschiedenen Gewürzen kommt am Schluss in fast jedes Essen. Und das muss man selber machen, auf keinen Fall fertig kaufen.»

Sie klingen wie ein Chefkoch. Dabei können Sie gar
nicht kochen.
«Ja, das stimmt. Und ich hatte keine Erfahrung in der
Gastronomie, als wir das eatDOORI planten.»

War es dann nicht etwas irrsinnig, ein eigenes
Restaurant zu eröffnen?
«Es gibt ja das Stichwort: Wer nichts wird, wird Wirt. Das musste ich mir ein paar mal anhören. Und auch Familie
und Freunde waren zuerst nicht gerade begeistert von
der Idee. Aber ich habe dreieinhalb Jahre in einer Bank
gearbeitet, bevor ich eingesehen habe, dass ich endlich
meinen eigentlichen Plan umsetzen musste: meine Selbstständigkeit. Ich komme aus einer Unternehmerfamilie und wollte schon immer was Eigenes machen.»

Und hatten von Anfang an Erfolg?
«Der Vorteil ist, dass wir etwas von Zahlen verstehen. Als
gelernte Betriebswirtschaftler wissen wir, dass Umsatz
nicht gleich Gewinn ist. Und ich hatte Hilfe von der ganzen
Familie. Dennoch musste ich sehr viel lernen. Die Lernkurve
am Anfang ist extrem steil. Bei der Eröffnung dauerte
es über eine Stunde, bis die Vorspeise aus der Küche kam.
Da bin ich fast durchgedreht.»

Was ist ihr persönliches Lieblingsgericht von
eatDOORI?
«Ich esse extrem gerne unser Homestyle Chicken. Das
Rezept stammt von meiner Mutter, das habe wir zu Hause
immer gegessen. Und wenn ich Lust auf vegetarisch habe,
dann nehme ich unser Dal Makhani, ein Linsencurry. Es
gibt viele Inder, die sagen, dass das einer der besten Dals
überhaupt ist. Das ist natürlich ein grosses Kompliment,
über das ich mich wahnsinnig freue.»

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